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Parnassi musici (auf Originalinstrumenten) Das Ensemble Parnassi musici, das seinen Urgrund in der 2. Geigengruppe des SWR-Sinfonieorchesters hat, überrascht auf musikalisch hohem Niveau immer wieder mit neuartigen Programmansätzen: sei es, daß man hinter Strawinskys Pulcinella-Suite schaut und mit der CD-Produktion der darin verarbeiteten Musik (übrigens nicht von Pergolesi sondern von Gallo) knapp am begehrten Kritikerpreis ”Cannes Classical Award” vorbeischrammt sei es, daß man sich im Bach-Jahr 2000 eine Transkription der Goldberg-Variationen erstellt, die das Cembalo vergessen läßt, und die Bewertung "authentisch" erntet sei es, daß man Städten wie Wien, aber auch Bad Mergentheim ihre eigene Musik nach Hause zurückbringt (sie selbst haben sie längst "vergessen") und dann mit Attributen wie "fulminant, viel Liebe zum Detail, gehöriges Feuer..." (Die Presse Wien) und "spannend" (Fränkische Nachrichten) nach Hause fährt sei es, daß man sich unter dem Motto "Die Lust an der Wiederholung" mit dem Tubisten und Performance-Künstler Klaus Burger zusammentut und Wiederholungsformen des Barock mit Didgeridoo-Musik und anderen Improvisationsformen zu einem "konzertanten Schlagabtausch" (BZ) "sich anziehender Gegensätze" werden läßt. Oder sich dem Thema FrauenMusik widmet, indem man das Klagelied des jungen Mädchens vor der Klostermauer ("Madre non mi far monaca" – Mama, laß mich nicht Nonne werden...) mit Musik der Schwester Oberin Isabella Leonarda montiert. Oder aus einer normalen Bach-Partita für Geige-Solo eine "unerhörte" Partita wird, die den gesamten Konzertraum miteinbezieht und 2 Geiger teilweise gleichzeitig beschäftigt ohne einen Ton Bachs anzutasten. Entsprechend die Produktionen von CDs für cpo: bei enzyklopädischen Ansatz in der Gestaltung der einzelnen CDs gelingt es dem Ensemble in der Auswahl seiner Komponisten die Fachwelt und sogar den eigenen Produzenten immer wieder zu verblüffen - wer hatte vorher schon die Namen Buchner, Becker, Tibaldi, Gallo, Legrenzi oder Brescianello gehört? Die Melange aus musikalischen Mitteln von Musikern, die im modernen Sinfonieorchester an modernster Musik geschult sind und ihre Erfahrung in der Stilkenntnis der Barockmusik mit Fantasie, Mut und Spielfreude verbinden bringt den "goldenen" Kern dieser Musik heraus.
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